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Zwei Autographen


1 Goethe, Die Feier des siebenten Novembers 1825 dankbar zu erwiedern [sic]. Einblattdruck mit dem Gedicht "Sah gemalt, in Gold und Rahmen / Grauen Barts, den Ritter reiten..." (Jena, Frommann Juni 1826 oder November 1827). 12,6 x 21,4 cm. Mehrfach gefalzt, in den Falzen etw. brüchig, im linken Randbereich ein schwacher Fleck. Insges. gutes u. frisches Exemplar. WG1 138. Hagen 411. <Bestellnr. 53409H> Abbildung

* Der Text steht in einer fünffach linierten Schmuckbordüre in der Druckversion mit zahlreichen nach außen gerichteten Pfeilen. - Unser Exemplar wurde nicht nur von Goethe signiert, sondern zudem mit dem Zusatz "Weimar - d. 12 Januar 1831." versehen. - Goethe ließ diesen Einblattdruck in kleiner Auflage für seine nächsten Freunde drucken, um ihnen damit für ihre Glückwünsche anläßlich des 50. Jahrestags seiner Ankunft in Weimar 1775 zu danken. Bereits 1819 erschien das selbe Gedicht als Einblattdruck mit anderem Titel, anläßlich seines 70. Geburtstags. Laut Hagen sind zwei Varianten dieses Blattes bekannt, die sich in der Gestaltung des Schmuckrahmens unterscheiden, doch ist nicht mehr eruierbar, welche Druckfassung die frühere ist.
€ 3990,-
verkauft

2 Goethe, Billet mit Monogramm "G". Auf einem Briefumschlag. 12,9 x 10,7 cm. 3 Zeilen + Monogramm. Leichte Knickspuren, etwas braunfleckig. <Bestellnr. 53410H> Abbildung

* "Die Loose der 4. Serie. Die Namen der beiden noch Hinzugetretenen mir erbittend. G". - Goethe spielte in der Lotterie. Dies geht nicht nur aus unserem Dokument hervor, sondern auch aus Briefen Goethes an Carl August, Schiller u.a. So hoffte Goethe beispielsweise im Jahr 1797 mit beinahe kindlicher Naivität, in der Hamburger Stadtlotterie den Hauptgewinn, das Gut Schockwitz in Schlesien, zu gewinnen und schilderte seinen Briefpartnern bereits schwelgerisch die großen Vorzüge des Landlebens. - Schon zu Goethes Zeit kaufte der Spieler Lose, wobei er die gewünschte Losnummer angeben konnte - war die Nummer noch frei, konnte er das ganze Los erwerben oder sich das Los mit anderen Spielern teilen. - Unser Autograph befindet sich nicht von ungefähr auf einem Briefkuvert: Es ist anzunehmen, daß dieses den Geldbetrag für die Lose enthielt. Offenbar teilte sich Goethe die Lose mit mehreren Mitspielern, so daß er zwar seinen Gewinn hätte teilen müssen, seine Gewinnchance sich jedoch durch Erhalt mehrerer Losnummern erhöhte. Seinerzeit war es möglich, die Namen der potentiellen Mitgewinner zu erfahren, worum Goethe auf seinem Billet bittet. - Bei unserem Autograph handelt es sich wohl um ein einmaliges Dokument zu Goethes Lotterie-Leidenschaft, die sich übrigens auch in seinem Werk niederschlug. So soll laut Willy Krogmann (Goethes Gewinn in einer Hamburger Lotterie, Jb. der Goethe-Ges. 13 / 1950) Goethe in seiner Ballade "Der Schatzgräber" unmittelbar seine Lotterie-Erlebnisse (d.h., daß er nichts gewonnen hat) verarbeitet haben.
"Grabe hier nicht mehr vergebens:
Tages Arbeit, abends Gäste!
Saure Wochen, frohe Feste!
Sei dein künftig Zauberwort."
€ 4860,-
verkauft
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