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Autographen, Widmungsexemplare


1 Mann, Thomas, Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Curt Riess. Pacific Palisades, 27. Juli 1941. 8°. 3 Seiten, auf seinem Briefpapier. Von Thomas Mann gefalzt. <Bestellnr. 58042H>

* Sehr interessanter und inhaltreicher, nicht veröffentlichter Brief an Curt Riess, den Schriftsteller und Publizisten. Eine Auswahl fällt mir - wie Sie gleich verstehen werden - schwer, deshalb sei der ganze Brief zitiert: "Lieber Herr Riess, endlich habe ich den 'Nazi Flier' erhalten und mit Vergnügen gelesen. Mit Vergnügen? Nein, ein Vergnügen ist das natürlich nicht, dieser intime, allzu intime Einblick in die Tiefen einer Feindlichkeit, die vollkommene Ruchlosigkeit ist, diese genaue und trotz weitgehender Erwartungen doch immer wieder bestürzende Bekanntschaft mit einem typischen, in seiner Art normalen Erziehungsprodukt des Regimes, das wohl nicht nur in der Menschenquälerei, sondern auch im Verderben der Menschen das Aeusserste geleistet hat. - Kein Vergnügen also, aber lehrreich und notwendig ist die Lektüre, und entschieden haben Sie sich ein Verdienst erworben durch die Bekanntmachung dieser - wir wollen sagen: naiven Aufzeichnungen. Es ist sehr gut, dass die Amerikaner das lesen werden. Und lesen werden sie es - nicht nur aus Neugier, sondern auch, weil das Böse, oder sagen wir zugunsten des unwissenden Burschen: das Verderbte, ja auch seine amüsante Seite hat und man oft lachen muss, wenn auch etwas verzweifelt, über dies Maß von moralischer Verdummung und Konfusion. Derselbe Mensch, für den es ein Jux ist, seine Bomben auf fliehende Civil-Bevölkerung zu pfeffern, ruft aus: 'Welche Viecherei, auf wehrlose Parachutisten zu schießen! Echt holländisch!' - Echt Nazi! Ja, so sieht es aus in diesen Köpfen - wir, die wir die Edelrasse schon lange kannten, wussten es, aber hier wird es noch manchem neu und erstaunlich sein. In manchem wird sich freilich auch die Frage regen, was man anfängt nach der Beseitigung des Schreckensmannes mit diesen Früchtchen seiner Erziehung. Ob an dieser Generation von Deutschen noch viel zu retten und zu bessern sein wird? Ein hartes Problem. Aber es führt im Augenblick zu weit, darüber nachzudenken. Jetzt muss man sehen, was und wen man vor sich hat, und dazu haben Sie mit Ihrer Publikation sehr nützlich und dankenswert beigetragen. Ihr Thomas Mann" - Beiliegt das Buch, auf das sich Thomas Mann bezieht: Gottfried Leske, Flight Sergeant in the Luftwaffe: I Was a Nazi Flier. Edited (u. Vorwort) by Curt Riess. New York, The Dial Press 1941. 351 S., ill. OLwd. mit (etw. unfrischem) OUmschl. EA. Mit einem beilieg. Exlibris von Curt Riess. - Ganz so euphorisch ob Riessens aufklärerischer Leistung, wie sein Brief es assoziiert, scheint Thomas Mann innerlich nicht gewesen zu sein, schreibt er doch am selben Tag in sein Tagebuch: "Gelesen in Riessens Nazi flier, zweifelhaftes Produkt (...) Schrieb an Riess (...) Abends im Flier weiter, zweifelhaft, ob mein Brief zutreffend. Müde..." Und zwei Tage davor: "Buch von Riess 'I was a Nazi flier', - gefegtes Dokument, wohl zu satirisch, um authentisch zu wirken."

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€ 3480,-
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2 Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift an Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. München 10. IX. 1920. 15,3 x 9,8 cm (quer). 2 Seiten, 15 Zeilen. Auf Briefkarte mit gedr. Absender "Thomas Mann, Poschingerstr. 1". <Bestellnr. 58047H>

"Lieber Dr. Brantl, die Nachricht, die Sie uns freundlich sandten, erfüllt mich mit der herzlichsten Teilnahme, und meine Frau, die seit einigen Tagen in Oberstorf ist, wird ebenso empfinden. Es thut mir immer noch leid, daß ich Sie neulich, als Sie in München waren, nicht sehen konnte. Auch aus dem Besuch der Meinen am Chiemsee ist infolge der Krankheit meiner Frau nichts geworden. Meine eigene sommerliche Erholung beschränkte sich auf 8 Tage, die ich in Garmisch bei Fischer verbrachte. Hoffentlich sieht man sich nun doch bald einmal wieder." - Thomas Mann verbrachte die Tage von 18. bis 22. August 1920 im Garmischer Hotel Fürstenhof bei seinem Verleger Samuel Fischer, danach ging er über Polling nach München; Katja verbrachte zwei Monate in Oberstorf.
€ 770,-
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3 Mann, Thomas, Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift an Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. München, 31. XII. 1920. 15,3 x 9,8 cm (quer). 1 Seite, 7 Zeilen. Auf Briefkarte mit gedr. Absender "Thomas Mann, Poschingerstr. 1". <Bestellnr. 58048H> Abbildung

"So ist es recht! Wir sind hoch erfreut und senden Ihnen also dieses Jahr ganz außerordentlich herzliche Glück= und Segenswünsche. Ihnen und Ihrer Verlobten unsere besten Grüße!" - In eigenhänd. beschriftetem Briefkuvert mit gedr. Absender.
€ 720,-
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4 Mann, Thomas, Eigenhändiger Brief mit Unterschrift an Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. Mit eigenhändig beschriftetem Umschlag. Küsnacht, 16. VII. 1935. 22 x 28,5 cm. 1 Seite, 17 Zeilen. Brief u. Umschlag gelocht. <Bestellnr. 58052H> Abbildung

"Lieber Dr. Brantl, habe ich Ihnen eine von den Dankeskarten geschickt, die ich drucken ließ? Ich weiß es nicht. Es ist große Unordnung in meinem Leben eingerissen dadurch, daß an den freundlichen Trubel, den der Geburtstag mit sich brachte, sich unmittelbar eine Reise nach Amerika schloß, von der ich eben zurück bin. Mein Bankerott als Briefschreiber und Danksagender ist vollständig, und so muß ich Sie, lieber Freund, selbst heute noch bitten, mit diesen kargen Zeilen vorlieb zu nehmen, die Ihnen meine Empfänglichkeit für Ihre schönen, bewegten Worte vom Juni, meine Ergriffenheit davon andeuten sollen. Auch meine Frau grüßt Sie herzlich. Es wäre eine große Freude für uns, wenn Sie einmal in die Schweiz kämen und uns besuchten. Ihr Thomas Mann" - Thomas Mann feierte seinen 60. Geburtstag am 6. Juni 1935; am 10. Juni um 8 Uhr trat er seine Reise nach Amerika an. Brantls Gratulationsbrief war bereits am 4. Juni eingegangen (Tagebücher 1935/36, S. 124). Nach der Rückkehr von seiner Reise am 13. Juli um 9 Uhr notierte Mann am 17. Juli in sein Tagebuch (ebenda, S. 145): "Nach dem Thee geschrieben an Brantl." In Reg. IV, 548 und V, 38 als verschollen bezeichnet.
€ 2300,-
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5 Mann, Thomas, Eigenhändiger Brief an Ulrich von Hassell (1881-1944). München, 20. I. 1923. Gr.-8°. 4 Seiten, 67 Zeilen. <Bestellnr. 58055H> Abbildung

€ 5730,-
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6 Mann, Thomas, Eigenhändig beschrifteter Briefumschlag mit eigenhänd. Absenderangabe u. eigenhänd. Namenszug in der Absenderangabe. An Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. München, 2. I. 1931. 29 x 19 cm. <Bestellnr. 58051H>

€ 185,-
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7 Mann, Thomas, Eigenhändige Nachschrift mit Unterschrift auf einer eigenhändigen Ansichtspostkarte mit Unterschrift seines Schriftstellerfreundes Ernst Bertram an den Rechtsanwalt und Schriftsteller Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. Sestri Levante 10. X. 1924. 9 x 14 cm. 3 Zeilen (Mann), 15 Zeilen (Bertram). Die Ansichtskarte stellt ein Panorama von Sestri Levante dar. Eine Druckstelle, Frankatur unschön ausgerissen. <Bestellnr. 58050H>

"Einen sonnigen Gruß, lieber Herr Brantl, von Ihrem Thomas Mann." - Bertram schrieb: "Herzlich Dank für Ihren lieben Brief! Das reizende Bildchen von Grigolo (die ich bald im Original zu sehen hoffe) übermittle ich gleich an GC; dem es in Weilburg z. Z. gesundheitlich ganz gut geht; er arbeitet an prachtvollen Handschriften, was zu seiner mönchischen Existenz gar wohl paßt. Ich sage mich rechtzeitig an (...) Wir haben hier eine Folge harmonischer Tage ohne Gleichen, man traut seinen Augen nicht! [...]" - Thomas Mann erholte sich nach dem Abschluß seines Romans "Der Zauberberg" von 8. bis 28. Oktober 1924 in Sestri Levante im Hotel Jensch.

€ 640,-
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8 Mann, Thomas, Eigenhändiger Namenszug u. Datum "Mai 1917". Albumblatt. 15 x 18,5 cm. Auf feingeripptem Bütten. Etwas fleckig. <Bestellnr. 58046H>

* Beiliegt eine Portraitaufnahme Thomas Manns (Offset auf Karton, verso Montagespuren).
€ 300,-
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9 Mann, Thomas, Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift an Maximilian Brantl in Prien am Chiemsee. München 23. III. 1922. Mit Adresse. 8,7 x 13,7 cm. 2 Seiten, 15 Zeilen. Auf gedr. Postkarte mit Absender "T.M. Poschingerstr. 1". Mit einer für das Jahr 1922 merkwürdigen Frankatur: Deutsches Reich, Wert "1 1/4 M.". <Bestellnr. 58049H>

"Von einer Reise zurückkehrend (wieder einmal!) finde ich Ihre Anzeige hier vor und eile, Ihnen meine und meiner Frau allerherzlichste Glückwünsche zu sagen. Hoffentlich haben wir bald einmal Gelegenheit, das junge Paar zu begrüßen, sei es an Ihrem Gestade oder hier bei uns. Freude, Glück und Segen!" Brantl wohnte mit seiner Frau in Prien am Chiemsee, seine Kanzlei führte er in München.
€ 640,-
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10 Mann, Thomas, Unordnung und frühes Leid. Novelle. Berlin, S. Fischer 1926 (21.-40. Tsd.). Kl.-8°. 126, (2) S. mit der Titelvignette von Karl Walser. OPp. Gutes Exemplar in (etw. läd.) Schuber. <Bestellnr. 58094H> Abbildung

* Aus dem Besitz von Heinrich Möller. Eine literarische Mischung aus ihm bzw. den von ihm verfaßten Volksliedern und Hermann Marx wurde von Thomas Mann als "Volksliedermöller" in der Novelle verewigt. - Zwei Seiten im Buch mit eigenhänd. Anmerkungen u. Personenschlüssel von sieben in der Novelle auftretenden Personen von Heinrich Möller. - Heinrich Möller hatte an Thomas Mann geschrieben, Thomas Manns Antwortbrief liegt bei: Maschinenschr. Brief mit mehreren kl. handschr. Korrekturen u. Unterschrift, datiert Ettal, Klosterhotel 3. 2. 27. 4°. 21 Zeilen. Eine kleine Läsur. "Der Fall ist recht geheimnisvoll. Denn jener Lautensänger Marx, den Sie erwähnen, ist in der Tat die Person, an die ich, ohne sie etwa zu porträtieren, mit meiner Lieder-Möller-Figur angeknüpft habe (...) Ich erinnere mich, dass damals Herr Marx mir ein Volksliederheft zur Ansicht geliehen hat, das ein par [sic] Tage in meinem Arbeitszimmer liegen blieb. Mehr als flüchtig angesehn habe ich es keinesfalls und mich an den Autornamen [eben Heinrich Möller] bestimmt nicht weiter gekümmert..." - Ein interessantes Dokument - und eines von vielen Beispielen, in denen Thomas Mann sich für das literarische Portrait einer lebenden Person rechtfertigt.
€ 2050,-
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11 Mann, Thomas, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. (Um ein 'Zweites Buch [fragmentarisch]' erweitert). Amsterdam, Querido 1937. 177, (3) S., OLwd. Vorsatz minimal angestaubt, sonst gutes Exemplar mit (etw. lädiertem) OUmschl. EA WG² 65. Potempa D.12.2.1. Bürgin 21.c. <Bestellnr. 58039H> Abbildung

* Vorsatz mit vierzeil. eigenhänd. Widmung Thomas Manns an seine italienische Übersetzerin L. Mazzucchetti: "Unserer Lavinia freundschaftlich, Küsnacht 30.XI.37, Thomas Mann". - Aus Th. Manns Tagebüchern geht hervor, bei welcher Gelegenheit er ihr das Buch geschenkt hat: "Die Mazzucchetti zu Tische aus dem Café Odeon abgeholt. Großes Geplapper. Mein 'Vergötterer zu Valencia' gefährdet meine italienischen Ausgaben..." - Mazzucchetti hat nicht nur Thomas Manns Werke ins Italienische übersetzt, sondern auch die erste ausländische Ausgabe von Thomas Manns Werken veranstaltet u. zahlreiche Bücher über ihn geschrieben. Mann und Mazzucchetti waren über mehrere Jahrzehnte freundschaftlich verbunden. An sie schrieb er den letzten Brief, der in der dreibändigen Briefausgabe abgedruckt ist, datiert "Kantonsspital, Zürich, 10. Aug. 55": "...sodaß die Hoffnung auf Rückkehr zu einem normalen Dasein näher rückt. (...) man verspricht mir, daß ich in ein paar Tagen schon ein bißchen auf dem Korridor werde lustwandeln dürfen..." Zwei Tage später war Thomas Mann tot.
€ 1450,-
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12 Mann, Thomas, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. (Um ein 'Zweites Buch [fragmentarisch]' erweitert). Amsterdam, Querido 1937. 177, (3) S., OLwd. (ganz schwach wasserrandig). Sonst gutes Exemplar mit (etwas angerändertem) OUmschl. EA WG² 65. Potempa D.12.2.1. Bürgin 21.c. <Bestellnr. 58041H>

* Vorsatz mit vierzeil. eigenhänd. Widmung Thomas Manns an "Dr. Dieter Cunz mit herzlichen Wünschen. Thomas Mann. 2. V. 49". - Bei welcher Gelegenheit Th. Mann Herrn Cunz das Buch überreicht hat, ist nicht überliefert, doch geht aus seinen Tagebüchern hervor, daß er sich an diesem Tag auf der Reise von Chicago nach Washington befand. - Cunz war Germanist und Historiker, emigrierte wie Thomas Mann über die Schweiz in die USA, wo er später Leiter der deutschen Abteilung an der Staats-Universität Ohio wurde. - Bereits 1943 schrieb Thomas Mann an Dieter Cunz, dem er dieses immerhin 12 Jahre alte Buch gewidmet hat, über den "Krull": "Felix Krulls Hochstapelei ist ein wenig 'zurückgeblieben', da sie durch Joseph ins Mythische hinausgewachsen ist. Trotzdem kann ich Ihnen sagen, daß ich nach Abschluß des 'Ernährers' an dem Punkte war, den Krull wieder aufzunehmen. Schließlich hat dann doch eine 40 Jahre alte Notiz (...) den Sieg davongetragen, für diesmal..."
€ 1000,-
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13 Mann, Thomas, Betrachtungen eines Unpolitischen. Berlin, S. Fischer 1918. 1.-6. Tsd. XXXXIV S. Vorrede, 611, (5) S., OHlwd. (neu aufgebunden). EA WG² 14. Potempa G.108.1. Bürgin I.12. <Bestellnr. 58044H>

* Das erste Bl. mit eigenhänd. Widmung von Thomas Mann: "Curt Riess zum freundlichen Gedenken. New York 24.IV.37. Thomas Mann". - Thomas Mann und Curt Riess hatten sich während Manns New York-Aufenthalts "voller Anstrengungen und Leistungen" (Tagebuch) getroffen; noch am selben Tag hat er eine fast einwöchige Schiffsreise auf der 'Ile de France' via Plymouth nach Le Havre angetreten, um nach Küsnacht heimzukehren.
€ 1100,-
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14 Mann, Thomas, Lotte in Weimar. Roman. (= Stockholmer Gesamtausgabe). Stockholm, Bermann-Fischer 1939. 450, (2) S., neuer Halblederbd. Tadelloses Exemplar im Schuber. EA WG² 76. Potempa D.7.1. Bürgin I.58. <Bestellnr. 58043H> Abbildung

* Das erste Blatt mit einer fünfzeil. eigenhänd. Widmung Thomas Manns an den Schriftsteller "Curt Riess, den Freund des Hauses, zur Jahreswende 1939/40. Princeton 30.XII.39. Thomas Mann". - Riess war ein Freund von Erika und Klaus Mann, emigrierte 1933 nach New York, wo er als Korrespondent europ. Zeitungen arbeitete. Dort Sekretär des amerikan. Schutzverbandes deutscher Schriftsteller, die nach Amerika emigriert waren, unter dem Präsidenten Oskar Maria Graf. - In einem Handeinband (sign. Roland Meuter, Ascona): grünes Oasenziegenleder, altes handgefert. Modeldruckpapier, goldgepr. Rückentitel, Kopfgraphitschnitt. - Die Widmung unseres Exemplars ist unter Nr. 266 in Heine/Schommer "Herzlich zugeeignet" abgedruckt.
€ 1280,-
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15 Mann, Thomas, Maschinenschriftl. Brief mit Unterschrift an Ingeborg Ellmenreich, Stockholm. 26. Mai 1950. 1 Seite, 10 Zeilen. Auf Briefpapier des Park Hotel Lugano, mit maschinenschr. Zusatz "Thomas Mann". Etwas knittrig, zwei kleine Randeinrisse. In Orig.-Kuvert, ebenfalls mit Aufdruck des Hotels u. maschinenschr. Zusatz "Thomas Mann". <Bestellnr. 58403H>

* "Sehr verehrte Frau, Die Namensgleichheit ist der reine Zufall, wenn auch ein sehr merkwürdiger. Ich habe mir den Namen für die Wirtin des 'Elephant' frei ausgedacht. - Erlauben Sie mir, Ihnen mein Mitgefühl auszudrücken an dem Schicksal Ihres Gatten und an Ihrem Verlust. Ihr sehr ergebener Thomas Mann". - Die Wirtin des "Hotel Elephant" in der "Lotte in Weimar" hieß Elmenreich, doch die Dame aus Stockholm hatte offenbar ihren mit Doppel-"L" geschriebenen Namen in Verbindung zur Hoteldame gebracht. - Dieser Brief ist ein schönes Beispiel dafür, daß Thomas Mann so fein war, sämtliche an ihn herangetragenen Briefe zu beantworten - wennauch er diesen Brief vermutlich nicht selbst tippte, denn im Tagebuch steht zu lesen "Briefdiktate an K. und Handschriftliches" sowie (spät am Abend) "Mit K. Post erledigt." - Thomas Mann verbrachte die Tage vom 23. bis 31. Mai in Lugano. Während dieses Aufenthalts hat er sich - nebenbei gesagt - mehrfach mit Hermann Hesse getroffen.
€ 600,-
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16 Mann, Thomas, Tonio Kröger. Neu übertr. von Emilio Castellani. Milano, Mondadori 1946. Kl.-8°. 210, (2) S., OBrosch. (etw. nachgedunkelt, Schnitt leicht stockfl.) Insges. gutes Exemplar in neuer Leinenkassette mit goldgepr. Lederrsch. über den ganzen Rücken. 1. Auflage dieser Neuübertragung. Potempa T.1063.2. Bürgin IV.159. <Bestellnr. 58045H> Abbildung

* Das erste Blatt mit schöner eigenhänd. Widmung (8 Zeilen) an die Kinder seines italienischen Verlegers: "Den lieben jungen Mondadori's, Alberto und Virginia, zum Gedenken an unseren Besuch in Stresa. 28.-30. Juli 1947. Thomas Mann." - Mit von der Partie war übrigens Thomas Manns Übersetzerin Lavinia Mazzucchetti; der Ausflug führte über Gotthard und Lago Maggiore nach Stresa. "Dreitägiges Leben bei phänomenaler Hitze, die das Weltgespräch bildet, in dem luxuriös-unkomfortablen Landhaus der patriarchalischen Familie" (Tagebuch). - Im Colophon entschuldigt sich der Verleger für diese "Edizione provvisoria": Enorme technische und finanzielle Schwierigkeiten zwängen den Verlag, von der für sein Haus üblichen Perfektion abzuweichen..." Vor dem Krieg hatte Mondadori zahlreiche Werke Thomas Manns publiziert, mußte jedoch aus politischen Gründen ab 1938 auf das Verlegen seiner Werke verzichten - und gab dann im Jahr 1946 gleich mehrere Bücher von Thomas Mann heraus, u.a. eben das vorliegende.
€ 1120,-
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