Liebe Freundinnen, liebe Freunde von Thomas Mann!

        Die Finger einer Hand reichen nicht mehr, die Jahre abzuzählen, die seit Herausgabe meines letzten Thomas Mann-Katalogs verstrichen sind. Umso mehr freue ich mich darüber, Ihnen heute mit diesem Katalog die Sammlung Nikolai Stula präsentieren zu können. An dieser Stelle möchte ich Nikolai Stula nicht nur dafür danken, daß er mir seine Sammlung anvertraut hat, sondern auch für seine stete Präsenz und Hilfsbereitschaft in den sechs Monaten der Entstehung des Katalogs.

        Auf der nächsten Seite können Sie ein Vorwort des Sammlers lesen, in dem er auf seine Sammlung und seine Sammelleidenschaft eingeht. Darauf folgt eine modifizierte Fassung seines Vortrags zu den Buddenbrooks. Wenn auch dieser Beitrag sicher für den passionierten Thomas Mann-Freund nichts Neues bringt, so möchte ich doch das Zusammentreffen des 100jährigen Buddenbrooks-Jubiläums mit diesem Katalog, der immerhin etwa 80 Buddenbrooks-Ausgaben enthält, als Anlaß für die erste gedruckte Fassung von Stulas Text nehmen. Ich bin mir sicher, daß auch Sie Freude haben werden, sich die interessante und amüsante Geschichte von Thomas Manns erstem großen Hauptwerk wieder einmal zu vergegenwärtigen.

        Erfreulicherweise ist es in den letzten Monaten gelungen, die eine oder andere Ergänzung zu dieser Sammlung zu finden, die Autographenabteilung um einige schöne Objekte zu erweitern und Bücher aus dem Nachlaß von Hans Mayer aufzunehmen, die sicher ihre Interessenten finden werden, zumal Mann und Mayer ja über viele Jahre einen Kontakt pflegten, der auf gegenseitigem (wenn auch mit kritischen Untertönen behafteten) Respekt begründet war.

        Bei der Konzeption des Katalogs galt es, Ihnen eine sinnvolle, gleichwie übersichtliche Einteilung zu präsentieren. Ich entschied mich für eine Übernahme der Abteilungen, wie Georg Potempa sie mit seiner Bibliographie vorgegeben hat, bevorzuge innerhalb der Abteilungen jedoch anstatt der chronologischen eine alphabetische Folge (unter Hintanstellung der Artikel), um den Sammlern, die die Chronologie von Thomas Manns Werk nicht minuziös präsent haben, ein schnelleres Auffinden zu ermöglichen. Die verschiedenen Ausgaben eines Werks sind in der Reihenfolge ihres Erscheinens aufgeführt, gefolgt von Vorab- und Teildrucken sowie den Übersetzungen. Da auch mir die Quadratur des Kreises nicht gelingt, bringt die Chronologie innerhalb der einzelnen Werke mit sich, daß manche gleiche Ausgaben mit abweichendem Erscheinungsjahr "auseinandergerissen" sind; so kann es beispielsweise vorkommen, daß nicht alle Exemplare eines Werks aus der Stockholmer Gesamtausgabe in unmittelbarer Folge aufgeführt sind, sondern daß zwischen den verschiedenen Auflagen Lizenzausgaben auftauchen.

        Vielleicht mögen Sie es als störend empfinden, daß ich in der Regel mit jeder Position den kompletten Titel eines Werks wiederhole (Ausnahmen stellen identische Ausgaben mit Varianten, beispielsweise mit Umschlag, in anderem Erhaltungszustand etc., dar), doch erscheint mir so die Übersichtlichkeit größer; außerdem war eine gewisse Menge Text notwendig, um die vielen Abbildungen ästhetisch integrieren zu können, also das Gleichgewicht zwischen Text und Bild zu wahren.

        Ich bin mir sicher, daß Sie mit dem Aufbau des Katalogs schnell zurechtkommen werden. Es wäre schön, wenn Sie bei der Lektüre ebenso große Freude hätten, wie sie Nikolai Stula beim Zusammentragen seiner Sammlung und ich beim Bearbeiten der Titel und bei der Gestaltung des Katalogs empfunden haben. Herzlich - Ihr Matthias Loidl