Kanehl, Die Schande
Kanehl, Die Schande
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Aktions-Lyrik – Kanehl, Oskar, Die Schande. Gedichte eines dienstpflichtigen Soldaten aus der Mordsaison 1914-18. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion 1922. 30, (2) S., illustr. OBrosch. (George Grosz). Die Broschur knittrig u. etw. nachgedunkelt, ebenso das Papier wie immer materialbed. nachgedunkelt. Durchgehend eine leichte Knickspur, 8 Bl. mit kl. Randeinriss, Titelbl. mit kl. Eckfehlstelle. Insgesamt, die sehr große Empfindlichkeit des Bändchens in Betracht ziehend, ein gutes Exemplar. Selten. EA. Raabe 150.3. Lang 32. * 7. (und letzter) Band der Reihe „Die Aktions-Lyrik“, hrsg. von Franz Pfemfert. Weitere angekündigte Bände sind nicht mehr erschienen. – Eine radikale, expressionistisch geprägte Anklage des ehemaligen Soldaten gegen den Ersten Weltkrieg. Er beschreibt schockierend realistisch das Grauen, den Massenmord, den Verwesungsgestank und die Sinnlosigkeit des Sterbens an der Front. Der Band richtet sich als Antikriegsdichtung gegen die Verantwortlichen und den Völkerhass. – Kanehl gehörte zum Schülerkreis von Johannes Rehmke, wurde dann Kampfgefährte und literarischer Wegbegleiter Franz Pfemferts. Der 1888 in Berlin geborene Dichter, Herausgeber des „Wiecker Boten“, Dramaturg und Regisseur starb bereits 1929 nach einem Sturz aus einem Fenster seiner Berliner Wohnung. – „Waren die Revolutionäre vor dem Augustrummel in der Uniform nicht revolutionär geblieben? Waren den Malern und Bildhauern durch die Griffe am Schießprügel die Hände eingeschlafen? Hatte die Halsbinde den Dichtern die Kehle zugeschnürt? Wo waren ihre Haßgesänge? Oder hatten sie alle umgelernt? Sich alle angepaßt? Alle Lügner? Alle Konjunkturknechte?“ (Vorwort)
Unser Preis: EUR 580,-- |
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