Ringelnatz, Kuttel Daddeldu

Ringelnatz, Kuttel Daddeldu

Ringelnatz, Joachim (d.i. Hans Bötticher), Kuttel Daddeldu oder Das schlüpfrige Lied. [Signiert von Ringelnatz u. Kathi Kobus]. Berlin-Wilmersdorf, A.R. Meyer 1920. 16,5 x 24 S., 24 S. mit ganzseit. Titelzeichnung in 9 Feldern von M(argarete) Wels, OPp. mit Wiederholung der Zeichnung (nachgedunkelt, Kapitale etw. bestoßen, kleine Fleckchen). Innen sehr gut erhalten. EA WG² 10.

* Im mittleren, unteren Illustrationsfeld von Ringelnatz eigenhändig signiert. Noch deutlich seltener: eine Original-Signatur der legendären Kathi Kobus auf dem Titelblatt verso, dazu in zarter Schrift der Besitzvermerk des Kneipenbesuchers „C. Richartz / z.Zt. München“ mit der Ergänzung „Erinnerung an den „Simplicissimus“, 24/10.1921“. – Richartz hatte offenbar München besucht, die Künstlerkneipe „Simplicissimus“ aufgesucht und in der Hoffnung, Ringelnatz dort anzutreffen (vermutlich hatte er an diesem Tag einen Auftritt), dieses Buch mitgenommen – sichtlich mit Erfolg, und dass er auch Kathi Kobus um eine Signatur gebeten hat, macht dieses Buch zu einem einzigartigen Sammlerobjekt. – Kathi Kobus (1854–1929) war eine legendäre Münchner Gastronomin, die im Jahr 1902 das „Weinrestaurant“ gegründet hatte und mit diesem in der Walpurgisnacht 1903 – mit tatkräftiger Hilfe ihrer Kundschaft – in die Türkenstraße umgezogen ist und nach der Zeitschrift „Simplicissimus“ benannt hat. Als zentrale Figur der Schwabinger Bohème scharte sie bekannte Künstler, Dichter und Schriftsteller wie Joachim Ringelnatz, Frank Wedekind, Ludwig Scharf, Erich Mühsam und Karl Valentin um sich und bot ihnen auf der „Brettlbühne“ die Möglichkeit für Auftritte. Für diese zahlte sie zumeist kein oder nur ein sehr niedriges Honorar; die Künstler erhielten für ihre Auftritte häufig Speisen und Getränke. Ringelnatz schrieb über sie: „…das weitverbreitete und von ihr selbst geschickt genährte Gerücht, daß sie eine Mäzenin sei und arme Künstler unterstütze, entsprach nicht der Wirklichkeit. Kathi Kobus schenkte niemals jemandem etwas, ohne Gegenleistung zu fordern oder ohne geschäftlichen Vorteil daraus zu ziehen.“

Unser Preis: EUR 750,-- 

Ringelnatz, Kuttel Daddeldu
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