Heine, Die Bäder von Lucca

Heine, Die Bäder von Lucca

Heine, Heinrich, Die Bäder von Lucca. Mit sieben ganzseit. Orig.-Radierungen von Martin E. Philipp. Heidelberg, Weissbach 1921. 23,5 x 31,5 cm. 75, (5) S. + 7 Graphikbl., OPgmt. Vorsätze minim. leimschattig. Insges. makelloses, unbeschnittenes Exemplar, verwahrt in einem neuen Kartonschuber. Weder bei Rodenberg noch bei mir anderweitig nachweisbar.

* Eins von 200 handschr. nummerierten u. vom Künstler signierten Exemplaren, dieses eines von wenigen in Ganzpergament (üblicherweise Halbpergament): Pergamentband mit 4 durchgezog. Pergamentbünden, goldgepr. Deckeltitel u. Kopfgoldschnitt (signiert: O. Heinisch Heidelberg). Druck des Textes durch die Offizin W. Drugulin, der Radierungen von O. Felsing, beide in Leipzig. Die Graphiken in den Platten monogrammiert u. datiert. Auf (vermutlich handgeschöpftem) Zanders-Bütten. – Heines satirisches Werk (der zweite Teils seiner „Reisebilder“) in der einzigen bibliophilen Ausgabe. – Im Badeort begegnet Heine verschiedenen skurrilen Figuren: dem reichen Bankierssohn und Gecken Christian Gumpel (Marchese Christophoro di Gumpelino), der von seinem Diener Hyazinth (einem ehemaligen Hamburger Lotteriekolakteur) begleitet wird. Die Begegnungen und Gespräche nutzt Heine für scharfe soziale Beobachtungen und bissige Charakterporträts. Im berühmt-berüchtigten 7. Kapitel greift Heine August von Platen wegen dessen herablassender Haltung und seiner Dichtkunst an, stellt vor allem in polemischer Weise Platens Homosexualität bloß. Dieser heftige literarische Schlagabtausch (die sog. „Platen-Affäre“) überschattete den reinen Reisebericht und brachte Heine viel Kritik, aber auch enorme Aufmerksamkeit ein.

Unser Preis: EUR 320,-- 

Heine, Die Bäder von Lucca
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